Datum
25. Juli 2017
Autor
von Daniela Burggraf
Thema
Digitalisierung

Von manueller Verwaltung zu ERP, Drohne und Datenbrille

(Intra-)Logistik und der lange Weg der Digitalisierung

Datenbrillen, autonome Fahrzeuge, Drohnen und künstliche Intelligenz – so sehen Experten und Unternehmen die Zukunft der (Intra-)Logistik. Doch momentan werden in so manchem Lager viele Aufgaben noch händisch erledigt. Es gibt ausgedruckte Kommissionierungslisten, Warenbestände und Bestellungen werden teilweise manuell erfasst. Ebenfalls zeigt eine neue Studie, dass deutsche Logistik-Unternehmen zu wenig für die digitale Transformation tun. Hier kommen sich scheinbar Realität und Vision in die Quere.

Bereits in zehn Jahren wird sich die Logistik nach Ansicht einer großen Mehrheit jener Unternehmen, die heute Logistik einsetzen, völlig verändern. Das zeigt eine aktuelle Bitkom-Umfrage.1 Drei Viertel der Unternehmen erwarten, dass Datenbrillen weit verbreitet sein werden und den Beschäftigten der Logistik mit eingeblendeten Informationen die Arbeit erleichtern. Zwei Drittel gehen davon aus, dass selbstlernende Systeme viele Aufgaben übernehmen werden, wie beispielsweise die Planung der besten Routen oder das Auslösen von Bestellvorgängen. Über die Hälfte meint, dass autonome Drohnen die Inventur des Lagerbestands durchführen werden. Das sind ehrgeizige Pläne, die die Logistik und deren Arbeitsabläufe revolutionieren würden.

Stillstand statt Fortschritt

Gleichzeitig sind aber laut des „LOGISTIC-Trend-Index 2017“ fast zwei Drittel der Fach- und Führungskräfte aus der Logistikwirtschaft der Meinung, dass deutsche Unternehmen zu wenig in Forschung und Entwicklung investieren.2 87 Prozent sehen aktuell Handlungsbedarf, sich im eigenen Betrieb mit der Digitalisierung von Geschäftsmodellen auseinanderzusetzen. In der konkreten Umsetzung zeigen sich laut Studie bei vielen Logistikern Schwächen. Die digitale Transformation trete in wichtigen Einsatzfeldern auf der Stelle. Nicht einmal jedes vierte Unternehmen analysiert zurzeit die Möglichkeiten digitaler Technologie für die Vernetzung mit den Kunden, oder verfolgt eine digitale Gesamtstrategie für alle Bereiche des Unternehmens. Mit Blick in die Zukunft halten zwei Drittel der Logistiker eine Datenaufbereitung in Echtzeit für wichtig.

Es fehlt das Know-how

Als ein großes Hindernis für die Digitalisierung der Logistik-Branche in Deutschland wird die mangelnde Kompetenz im eigenen Unternehmen genannt. Ähnlich sieht es die Bitkom in ihrer Analyse: Die Unternehmen scheuten nicht vor Investitionen zurück, aber es fehle offensichtlich das Know-how, um die digitale Transformation aktiv gestalten zu können. Will die Logistikbranche also den Weg der Digitalisierung beschreiten und sich hier wichtige Wettbewerbsvorteile sichern, muss Know-how im eigenen Unternehmen geschaffen oder extern generiert werden. Die gemeinsame Arbeit an der Erstellung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie kann Know-how intern erzeugen und fördern. Ggf. bietet sich zudem an, einen externen Berater hinzu zu ziehen, der gemeinsam mit den Abteilungen Lösungen entwickelt. Dabei bringt der Berater den Blick von außen mit und die Mitarbeiter Kenntnis der inneren Strukturen und Abläufe.

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