Datum
02. Dezember 2016
Autor
von Jan-Martin Lichte
Thema
Digitalisierung

Produktionsprozesse vom Sofa aus steuern

5 von 5 Sterne, 1 Bewertung

Arbeit 4.0 zwischen innovativer Unternehmensführung und Selbstorganisation

Die Urlaubszeit ist doch die schönste Zeit des Jahres, nur leider ist sie für viele von uns schon wieder vorbei. Lange haben wir uns nach schönem Wetter und einer erholsamen Auszeit vom Alltag gesehnt. Unser wichtigstes Ziel war es, einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Doch auch in diesem Jahr waren die freien Tage gespickt von Verzögerungen auf Autobahnen oder an den Check-in-Schaltern der Flughäfen. Da kam man leicht in die Versuchung, statt gähnender Langeweile doch lieber noch die 148 Mails aus dem Büro zu checken. Das kommt Ihnen bekannt vor?

Geht es darum, im Urlaub richtig abzuschalten und die Arbeit gänzlich auszublenden, ist das für manche Arbeitnehmer gar nicht so einfach. Insbesondere Führungskräfte sind oft auf Stand-by und immer bereit, von überall und jederzeit die Produktion zu überwachen, Fehler zu beheben oder Anwendungen mithilfe ihres mobilen Endgeräts managen zu können. Laut einer GfK-Studie unter mehr als 27.000 Internetnutzern in 22 Ländern ist es im internationalen Durchschnitt 42 Prozent der Befragten wichtig, immer und durchweg erreichbar zu sein.1 Das lässt sich einrichten, denn im digitalen Zeitalter kann Arbeit äußerst flexibel erbracht werden.
Die Arbeitswelt 4.0 bietet neue Möglichkeiten, bringt aber auch jede Menge Wandel für Mensch und Maschine mit sich. Neben Chancen für Arbeitnehmer, wie etwa eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, birgt diese Entwicklung zudem Gefahren, wenn die Belastung zunimmt. Heißt das nun automatisch, dass sich Arbeit und Freizeit – womöglich sogar der Urlaub – nur noch schwer trennen lassen?

Arbeit 4.0 braucht Kommunikation 4.0
Die digitale Transformation wirkt sich nicht nur auf Produktionsprozesse oder die IT-Infrastruktur aus, sondern betrifft den Menschen als Ganzes. Betriebliche Abläufe ändern sich – neue Vergütungssysteme und Arbeitszeitmodelle müssen her. Im Zuge dieser Entwicklung gilt es, Chancen und Nachteile auszuloten, die sowohl für Unternehmen als auch deren Arbeitnehmer relevant sind. Bei unseren Kunden sehen wir oft, dass es vor allem für Mitarbeiter wichtig ist, in Veränderungsprozesse eingebunden zu sein. So kann es auch die Wertschätzung des Chefs widerspiegeln, wenn man offen miteinander kommuniziert und auch mal den Bedarf der Belegschaft per Umfrage ermittelt. Flexible Arbeitszeitmodelle müssen ja nicht nur dem Unternehmen beispielsweise variable Öffnungs- oder Produktionszeiten ermöglichen, sondern auch für qualifizierte Mitarbeiter attraktiv sein. Bedenken Sie nicht nur flexible Arbeitszeiten, sondern bewerten Sie auch das Anwesenheitsprinzip neu.

Dieser Entwicklung möchte auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit dem Grünbuch „Arbeiten 4.0“ einen klaren Rahmen geben.  Am 22. April 2015 stellte Bundesministerin Andrea Nahles das Grünbuch vor. Damit soll definiert werden, wie wir arbeiten wollen und welche Gestaltungschancen es für Unternehmen und Beschäftigte gibt. Ende 2016 soll der Dialog mit einem Weißbuch „Arbeiten 4.0“ seinen Abschluss finden.

Wenn ein zukunftssicherer, moderner Arbeitsplatz wartet und die Arbeitnehmer über den Wandel wertschätzend informiert werden, fällt das Abschalten und Erholen im Urlaub sicher leichter – und Chef und Mitarbeiter bleiben fit für den globalen Wettbewerb. Und der hat bekanntlich keinen Urlaub!

Im Laufe des Berufslebens verändern sich die Anforderungen an einen Arbeitsplatz – sei es der Wunsch nach beruflicher Weiterbildung, flexibler Arbeitszeitgestaltung oder einfach nur nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wie Sie Ihre Fachkräfte dabei unterstützen können, Beruf und Privatleben miteinander zu verbinden, erfahren Sie in der Handlungsempfehlung „Flexible Arbeitszeitmodelle“ des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA).

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