Datum
28. Juni 2016
Autor
von Eva Wachter
Thema
Cloud

Im Notfall Hilfe aus der Cloud

NINA ruft an –Eine App revolutioniert das Krisen-Management

Zwei Miniaturrettungswagen vor einem Smartphone

Wenn die Bude brennt und dir das Wasser bis zum Hals steht - nicht nur im metaphorischen Sinne - gilt es schnell zu handeln. Notfälle erfordern ein rasches und koordiniertes Vorgehen. Chaos und die Vergeudung von Kapazitäten können bei Krisen, Naturkatastrophen und Seuchen verheerende Folgen haben. Eine vernetzte, schnelle, automatische und präzise Information kann hier Schlimmes verhindern. In Deutschland warnt jetzt eine App vor gefährlichen Wetterlagen und gibt den Nutzern Tipps an die Hand. 

Tornados in Hamburg, Starkregen und Hochwasser in Bayern – vor solchen Gefahren kann sich die Bevölkerung jetzt per App warnen lassen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat die kostenlose Katastrophen-App NINA entwickelt.

NINA steht für „Notfall-Information und Nachrichten-App“. Sie soll in Notsituationen möglichst viele Menschen warnen - vor allem jene, die nicht über die üblichen Hinweise wie Sirenen und Durchsagen im Radio zu erreichen sind.1 Sind diese Menschen an einem Ort, an dem ihnen Gefahr droht, erhalten sie vom Deutschen Wetterdienst eine Warnung auf ihr Handy. So lassen sich Wohn- oder Arbeitsort in kritischen Wetterlagen im Auge behalten.  Man hat außerdem die Möglichkeit, sich über Gefahren, etwa am Urlaubsort der Kinder, zu informieren, indem die Koordinaten anderer Geräte verwendet werden können.2

Notsituation! Was nun?

Die App warnt nicht nur per Push-Meldung, sondern stellt, je nach Situation, entsprechende Verhaltensregeln zum Abruf bereit. Außerdem können Checklisten für einen Notvorrat und die Hausapotheke sowie Tipps im Fall von Hausbränden oder Hochwasser abgerufen werden.

Experten befürworten App

Feuerwehren, Sanitäter und das Innenministerium begrüßten diese App als wichtigen und innovativen Baustein in der Gefahrenabwehr.3 Bereits 2015 zeigte eine Studie, dass die Mehrheit der Einsatzkräfte der Nutzung sozialer Medien zur Bewältigung einer Krise positiv gegenüber steht.4 Diese Studie ergab auch, dass es in Krisensituationen wichtig ist, Menschen für eine bessere Erfassung der Gesamtlage vor Ort zu erreichen, Betroffene bei ihrer Selbsthilfe zu unterstützen und zusätzliche freiwillige Helfer aus der Bevölkerung zu koordinieren.

Da steckt noch mehr drin

In unserem digitalen Zeitalter verändern sich die Prozesse, die beim Krisenmanagement in Gang kommen.5 Spinnt man den Grundgedanken weiter, ist eine solche vernetzte Infrastruktur auch für ganze Städte in Deutschland denkbar, um nicht nur die Warnung vor Gefahren, sondern auch die Versorgung in Notfällen besser koordinieren und beschleunigen zu können. Dazu müssten sich öffentlicher Sektor und Notfalldienste sowie die entsprechenden Helfer besser vernetzen und etwa öffentliche, gemeinsam nutzbare Cloud-Dienste aufbauen. Mit NINA ist ein erster Schritt in diese Richtung getan.

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