Datum
22. August 2017
Autor
von Feyza Morgül
Thema
Finanzmanagement

Experte: Viele Firmen sind auf neuen Bilanzierungsstandard gut vorbereitet, doch…

Wer noch nicht mit IFRS 15 angefangen hat, hat ein Problem!

Die Zeit läuft. Verantwortliche im Rechnungswesen und CFOs müssen den neuen Bilanzierungsstandard IFRS 15 korrekt in die Geschäftsprozesse einfließen lassen und umsetzen. Und das ist nicht so einfach. Noch, so Schlussfolgerungen aus aktuellen Studien internationaler Berater- und Fachkreise, seien viele Unternehmen scheinbar nicht ausreichend vorbereitet. Prof. Dr. Dr. Ralf Michael Ebeling, Experte für Konzern- und internationale Rechnungslegung, sieht das im Interview mit dem ByDe-Magazine anders: „Ich weiß, dass sich Unternehmen seit geraumer Zeit vorbereiten. Wer aber noch nicht begonnen hat, diesen bevorstehenden Bilanzierungsstandard für seine Unternehmensprozesse zu analysieren und zu implementieren, hat definitiv ein Problem.“

Prof. Ebeling lehrt an der Universität Halle-Wittenberg. Dort wird seit Jahren in Schulungen und Praxis-Seminaren über IFRS 15 gesprochen und diskutiert. Er ist also der richtige Ansprechpartner, wenn es um die Frage geht, welche Stolpersteine Unternehmen auf ihrem Weg zu IFRS 15 umschiffen müssen und wo Software unterstützen kann.


Herr Prof. Dr. Dr. Ebeling, die PWC und auch die BDO haben unabhängig voneinander die letzten Geschäftsberichte und die ersten Quartalsfinanzberichte von ca. 100 Hdax-Unternehmen analysiert. Dabei kam heraus, dass insbesondere die Unternehmen, die von IFRS 15 konkret betroffen sind, sich nicht oder nur unzureichend quantitativ geäußert haben. Was meinen Sie, schweigen die Unternehmen bewusst oder wissen diese einfach noch nicht, wie sich IFRS 15 auswirken könnte?

Prof. Dr. Dr. Ralf Michael Ebeling: Unternehmen neigen dazu, eher weniger anzugeben als zu viel. Doch es ist auch nicht leicht, zukünftige Auswirkungen abzuschätzen. Ich würde sagen, Unternehmen bereiten sich seit geraumer Zeit gut vor. Die Studien beachten nicht, dass die Auswirkungen der neuen Standards in Geschäftsberichten nicht zwingend berücksichtigt werden müssen. Wenn man die Auswirkungen einschätzen kann, soll man auch die Auswirkungen quantifizieren. Wenn man es nicht einschätzen kann, genügt es, dass man dies darlegt. Da die Auswirkungen von IFRS 15 nicht wesentlich quantitativer Art sind (die Erlöse ändern sich über mehrere Jahre betrachtet nicht, es kommt jedoch ggf. zu einer anderen Periodisierung) tauchen sie in den Abschlüssen 2015 oder 2016 noch nicht näher auf.

Mehrarbeit für Unternehmen gibt es aber dennoch. Sie müssen die neuen Regeln analysieren, anwenden und danach dokumentieren. Welche Prozesse sollten Unternehmen dabei im Blick haben?

Ebeling: Buchführung, Bilanzierungs- und Kontierungsrichtlinen müssen, abgeleitet aus den geforderten Prozessen des IFRS 15, entsprechend umgebaut werden. Diese Systeme müssen angepasst werden. Solche Änderungen wiederum müssen beispielsweise dem Abschlussprüfer durchgegeben werden. Mehr Arbeit also, bis es implementiert ist. Bei komplexen Unternehmen wird es mehr Auswirkungen haben als für solche mit einfachem Geschäftsmodell.

Haben Sie Tipps und Ratschläge, die Unternehmen beachten können?

Ebeling: Die Unternehmen sollten das Prozedere weitgehend abgeschlossen haben.
Detailfragen treten aber auf. Wichtig beispielsweise ist, dass Unternehmen ihr Geschäftsmodell analysieren müssen. Verträge mit mehreren Komponenten beispielsweise müssen zerlegt werden. Und dabei muss man beurteilen, wann der Erlös realisiert werden kann. Hier ist also die intellektuelle Arbeit von Menschen gefragt.

Um das vollständige Interview zu lesen, registrieren Sie sich bitte oder loggen Sie sich ein und erfahren Sie, welche Risiken und Stolpersteine es bei der Einführung von IFRS 15 gibt und warum der CFO trotz Computerunterstützung der maßgebliche Faktor ist.

Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.

Anrede
+ Weitere Infos

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Passwort ein, um sich anzumelden. Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.

Bildquelle: © Coloures-Pic, fotolia

Sie möchten mit dem Autor Kontakt aufnehmen?
Schreiben Sie an f.morguel@byde.eu

Kommentare

Noch nicht bewertet

Es gibt noch keine Kommentare

Kommentar hinterlassen