Datum
20. April 2017
Autor
von Detlef Aden
Thema
Digitalisierung

Digitalisierung und Fachkräftemangel in der Instandhaltung: Experteninterview

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Instandhaltung 4.0 – vom Schrauber zum Datenanalyst

Der Bedarf an Fachkräften in der Instandhaltung steigt. Das zeigt auch der aktuelle Branchenindikator Q1 2017. Die größte Herausforderung im Rahmen von Instandhaltung 4.0 ist das Finden und Entwickeln qualifizierter Fachkräfte. Zu diesem Ergebnis kam schon der vorangegangene Branchenindikator Instandhaltung Q4 2016. Denn die Digitalisierung verändert die Rollen und Aufgaben der Mitarbeiter sowie die Bedeutung der Instandhaltung innerhalb des Unternehmens. Experte Michael Kurz von der RWTH Aachen klärt in einem Audio-Interview auf, wie sich ein möglicher Fachkräftemangel in der Instandhaltung vorbeugen lässt.

„Wozu benötigen wir die Instandhaltung? Diese Frage ist oft in Unternehmen zu hören, wenn alles wie am Schnürchen läuft. Fällt aber eine Maschine aus, heißt es: „Was machen die in der Instandhaltung eigentlich den ganzen Tag“ Die Instandhaltung leistet viel, doch die Wertschätzung ist oft gering. Das wird sich vor dem Hintergrund von Instandhaltung 4.0 ändern – da ist sich Michael Kurz, Experte und Leiter des Competence-Center Instandhaltung vom Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) e. V. an der RWTH Aachen sicher. Zusammen mit dem Forum Vision Instandhaltung e.V. (FVI) veröffentlichen sie jedes Quartal den Branchenindikator Instandhaltung. Fest steht: Instandhaltung 4.0 bietet künftig neue Betätigungsfelder, neue Geschäftsmodelle und neue Herausforderungen. Das bedeutet auch, dass die Instandhaltung auf mehr und gut ausgebildete Mitarbeiter setzen muss.


In diesem Punkt gibt es bereits Bewegung in der Branche: Laut dem Branchenindikator Q1 2017 ist die Mitarbeiterzahl in den vergangenen drei Monaten gestiegen. Über die Hälfte der befragten Unternehmen geht  auch künftig von einem höheren Bedarf aus. Was die Instandhalter von morgen mitbringen müssen, erklärt Michael Kurz in diesem Audiobeitrag:

Wie lassen sich also die neuen Rollen, die durch Instandhaltung 4.0 entstehen, besetzen? Hierbei sind der Aufbau und die Förderung von Nachwuchskräften gefragt, die als Schnittstellenmanager zwischen Technik und Betriebswirtschaft fungieren:  

Die Suche und Entwicklung von Fachkräften ist das Eine. Doch müssen diese auch überzeugt und an das Unternehmen gebunden werden können. Das gelingt nur, wenn auch das Betriebsklima, also die Wertschätzung für diese Mitarbeiter vorhanden ist sowie die Arbeitsbedingungen stimmen. Dazu zählt auch eine moderne Arbeitsumgebung. Denn die neue Fachkraft ist nur so gut, wie es auch die Technik im Unternehmen hergibt, beispielsweise der Einsatz von Augmented Reality oder die Anbindung von Mobil Devices in der Instandhaltung. 

Allerdings wäre es zu kurz gegriffen, wenn sich im Rahmen der Digitalisierung alles nur auf die Integration neuer Technologien und Fachkräfte beschränken würde. „Für die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und Services, die mit Industrie 4.0 möglich werden, muss sich das Unternehmen hin zu einer lernenden und agilen Organisation wandeln, um schnelle Entscheidungs- und Anpassungsprozesse vornehmen zu können. Das gilt übergreifend für alle Unternehmensbereiche. Gerade an den zentralen Schnittstellen, wie der Koordination zwischen Instandhaltung und der Produktion lassen sich Potenziale von Industrie 4.0 nutzen, indem es gemeinsam realisiert wird“, so Kurz.

Wie Entscheidungs- und Anpassungsprozesse durch verschiedene Gestaltungsfelder verkürzt werden können, welche Geschäftsfelder neu zu erschließen sind und mit welchen Trends die Instandhaltung in den nächsten Jahren konfrontiert wird u.v.m. erklärt Kurz in den folgenden Audio-Dateien zum Download.

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Interview Michael Kurz: Neue Geschäftsfelder erschließen

Bildquelle: © fotolia, Urheber: Kadmy

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