Datum
03. August 2017
Autor
von Ann-Kathrin Hoffmann
Thema
Digitalisierung

Digitalisierung im Maschinenbau – eine Vision

Smart Factories sind die Zukunft – doch der Weg ist noch weit

2016 behauptete sich der deutsche Maschinen- und Anlagenbau erneut als einer der größten Industriezweige Deutschlands, mit einem Rekordumsatz von rund 220 Mrd. Euro.1 Dennoch berichtet laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) rund ein Viertel der Unternehmen von Einschränkungen durch zu wenige Produktionsaufträge. Durch den Rückgang der Neuverkäufe müssen sich Maschinen- und Anlagenbauer neue Umsatzstrategien überlegen. Die Digitalisierung bietet hier große Chancen. Die Zukunftsvision sind Smart Factories.

Was macht eine Smart Factory aus? Der gesamte Maschinenpark ist mit intelligenten Sensoren ausgestattet, die in Echtzeit Daten übermitteln. Die systemunterstützende IT liefert diese an eine umfassende Plattform, die die Maschinen vernetzt. Die gesamten Daten der Umgebung werden dort erfasst, analysiert und verarbeitet. Innerhalb dieses Netzwerks organisiert sich der Maschinenpark autark. Von Fertigungsschritten, der Steuerung der Produktionsanlagen selbst bis hin zur benötigten Wartung, der Beschaffung von Ersatzteilen oder dem Umrüsten der Maschinen.2

Aktuell ist der Maschinenpark noch nicht smart

Eine weitere Studie des VDMA zeigt, dass sich aktuell nur 3,4 Prozent der Betriebe in einem fortgeschrittenen Stadium der Smart Factory befinden. Ihr Maschinenpark besitzt bereits gewisse Funktionalitäten, zeichnet alle technischen Daten automatisiert auf und verfügt über systemunterstützende IT-Prozesse.  Aus dieser Menge erfüllen wiederum nur 0,3 Prozent tatsächlich alle Kriterien, um als Smart Factory bezeichnet zu werden. 56  Prozent aller Unternehmen entsprechen keiner der nötigen Anforderungen.3 Bis zu einer Landschaft der Smart Factories ist der Weg also noch weit. Sehr viele Maschinen sind  nicht an datensammelnde Netzwerke angebunden.

Daten sind der Schlüssel zur Zukunft – Maschinendaten der Schlüssel zur Smart Factory

Der erste Schritt in die Digitalisierung der Maschine können nachrüstbare Sensoren sein. Diese ermöglichen, dass Maschinendaten an eine cloudbasierte Plattform gesendet und dort ausgewertet werden. Daher überrascht es nicht, dass in den kommenden Jahren Investitionen  in Lösungen für die Maschinendatenerfassung (MDE) im Fokus der Branche stehen.4 Diese Daten werden in einer Cloud gesammelt, da diese über die nötige Speicherkapazität verfügt. Die Maschinen und deren Daten sind mit dem gesamten ERP-System entlang der Wertschöpfungskette über Kommunikationsnetze in der Cloud verbunden. Zudem bietet eine cloudbasierte Lösung den Zugriff von überall. Sei es der Data Scientist, der Maschinenbauer selbst oder der Service-Techniker vor Ort. In Echtzeit sind alle Daten über den Status der Produktionsanlage abrufbar.

Auf Basis dieser Daten lassen sich für Maschinen- und Anlagenbauer neue Geschäftsfelder erschließen. Ein erweitertes Service-Level könnte hier ansetzen, um den Weg zur Predictive Maintenance des gesamten Maschinenparks zu ebnen.

Wie sich ein Maschinenpark auf dem Weg zur Smart Factory entwickelt, stellt nachfolgende Grafik dar:

1 VDMA Volkswirtschaft & Statistik: Maschinenbau in Zahl und Bild 2017
2 Lünendonk GmbH: Whitepaper Smart Factory – Wie die Digitalisierung Fabriken verändert, 2016
3 IMPULS-Stiftung des VDMA – Studie zur Industrie 4.0 -Readiness
4 VDMA IT-Report 2016 für den Maschinen- und Anlagenbau

 


Bildquelle: © zapp2photo, Fotolia

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