Datum
22. November 2017
Autor
von Ann-Kathrin Hoffmann
Thema
Digitalisierung

Die Umwälzung der industriellen Fertigung durch die Digitalisierung

Mit angezogener Handbremse durchs digitale Zeitalter

Der Begriff „Industrie 4.0“ wird im Jahr 2011 das erste Mal genutzt.1 In Davos im Jahr 2016 sprach der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab auf einer Versammlung des von ihm gegründeten Weltwirtschaftsforums sogar von einer neuen industriellen Revolution.2 Damit sind nun alle im Zeitalter der Digitalisierung angekommen – egal ob sie dafür schon bereit sind oder nicht. In seinem Buch Die Vierte Industrielle Revolution lässt Schwab verlauten, dass er der festen Überzeugung sei, „dass das neue Technologiezeitalter, wenn es reaktionsschnell und verantwortungsvoll gestaltet wird, eine neue kulturelle Renaissance auslösen kann.“3 Seither ist einige Zeit vergangen, viel wurde geschrieben, studiert und prognostiziert. Dies bedeutet zwar, dass dieses neue Zeitalter angebrochen ist und sehr viel Umsetzungspotential bietet, aber auch, dass damit eine große Umwälzung einhergeht. Eine Veränderung, für die noch nicht alle Unternehmen und Industriezweige bestens gerüstet sind. Das zeigt sich darin, dass die Digitalisierung in der Praxis noch nicht so weit fortgeschritten ist, wie sie es theoretisch schon längst sein könnte.

Digitalisierung heißt alles sinnvoll vernetzen

Gerade in der Fertigung sind die fortschrittlichen Möglichkeiten groß, die im Rahmen von Industrie 4.0 nun machbar sind: Automatisierte Produktionszyklen sparen Kosten durch die bedarfsgerechte Einsatzplanung von Ressourcen. Auch Lageraufwände lassen sich durch eine just-in-time-Produktion deutlich verringern. Die Materialsteuerung und die notwendigen Prozesse im Backoffice sind in einem digitalen Datenpool, dem Enterprise Resource Planning System (ERP), umfänglich abbild- und steuerbar. Industrie 4.0-taugliche ERPs können noch mehr: sie bilden beispielsweise den gesamten Wertschöpfungsprozess ab und integrieren alle Abteilungen eines Unternehmens, von der Finanzbuchhaltung bis hin zum Kundendienst. Alle Unternehmensdaten über Zulieferer und Tochtergesellschaften lassen sich in einer zentralen Datenplattform abbilden. Doch solche Lösungen werden derzeit noch zu wenig eingesetzt. Dadurch gehen Unternehmen zahlreiche Informationen für Optimierungen verloren – und somit auch Umsatz. Im Jahr 2016 hatten nur fünf Prozent der Industrieunternehmen eine zentrale Datenplattform, die sämtliche Fachbereiche im Wertschöpfungsprozess verknüpft.4 Das zeigt, dass viele Unternehmen zwar die Grundzüge der Möglichkeiten von Industrie 4.0 nutzen, jedoch nur mit angezogener Handbremse.

In der Grafik sehen Sie, die Ergebnisse verschiedener Studien, wo sich deutsche Fertigungsunternehmen bei ihrer Digitalisierungsstrategie befinden -  eine Übersicht der Entwicklung der letzten Jahre und die erwartete Entwicklung.

In nachfolgendem Factsheet haben wir für Sie eine Übersicht zusammengestellt, die das Potential von Industrie-4.0-Anwendungen für Fertigungsunternehmen aufzeigt: Sowohl die Vorteile einer zentralen ERP-Datenplattform als auch die potentiellen Möglichkeiten einer solchen Unternehmenssoftware.

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1 https://www.wfb-bremen.de/de/page/stories/digitalisierung-industrie40/seit-wann-gibt-es-die-digitalisierung-geschichte-teil-eins
2 Proto labs: Daten, Digital Threads und Industrie 4.0
3 http://www.webcritics.de/page/book.php?id=7999
4 IDC White Paper »Digitale Transformation im verarbeiteten Gewerbe«, 2016

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