Datum
08. November 2017
Autor
von Janina Lieberwirth
Thema
Finanzmanagement

Bilanzierungsstandard IFRS 15 kommt

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Die Zeit läuft – Schalten Sie den Turbo ein!

IFRS 15, Geschäftsjahr, 5 vor 12

Der Countdown läuft – ab dem Geschäftsjahr 2018 regelt der neue Standard IFRS 15 die Bilanzierung von Umsatzerlösen. Eine große Herausforderung auch für deutsche Unternehmen, die im ersten Halbjahr etwas halbgar angepackt wurde. Jetzt, kurz vor Inkrafttreten des Standards, kann zumindest jedes zweite Unternehmen Aussagen treffen, wie sich seine Bilanz durch die Neuregelung verändern wird.

Das Mammutprojekt IFRS 15 schien zu Beginn des Jahres für einige Unternehmen noch sehr weit weg. Die Zahlen aus Kurzumfragen sprachen Bände. „In den Jahresabschlüssen 2016 sowie im Bericht zum 1. Quartal 2017 hatten nur 10 von 88 Unternehmen quantitative Aussagen zu den Auswirkungen vom IFRS 15 gemacht, ermittelten vor wenigen Monaten die Wirtschaftsprüfer von BDO. Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch eine Untersuchung von PwC.“1

Unternehmen haben Schlagzahl erhöht

Wenige Monate vor Inkrafttreten vom IFRS 15 scheinen deutsche Unternehmen ein Stück vorangekommen zu sein, wenn auch kein großes. Immerhin können mittlerweile mehr als 50 Prozent der Unternehmen klare Angaben machen. Das haben die aktuellen Zwischenberichte von 94 börsennotierten Gesellschaften durch PwC ergeben.

„Das ist zwar noch nicht der Stand, den wir uns erhofft hätten. Allerdings ist deutlich zu erkennen, dass immer mehr Unternehmen die Schlagzahl erhöhen – während es vor einem halben Jahr noch so aussah, als würde der neue Bilanzstandard von vielen Gesellschaften regelrecht verschlafen.“
- Christoph Gruss, Partner bei Capital Markets & Accounting Advisory Services bei PwC in Deutschland

„Demnach macht etwa jedes zweite Unternehmen in seinem Halbjahresbericht explizite Angaben zum neuen Bilanzstandard. Bei 54 Prozent dieser Gesellschaften lassen sich merkliche Fortschritte im Vergleich zum Geschäftsbericht 2016 feststellen.“2

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An einen richtigen Endspurt erinnert das aber noch nicht. Immerhin gibt es noch einige Unternehmen, die keine Angaben machen können, oder sich dazu bisher ausschweigen. Lange wird das aber nicht mehr der Fall sein. Die Finanzmarktaufsicht ESMA hatte bereits im vergangenen Jahr betont, dass Unternehmen schon in der diesjährigen Bilanz Angaben zu den Folgen der neuen Regeln machen müssen. „All das zeigt, dass sich die Unternehmen beim IFRS 15 keinerlei ‚Laissez-faire‘ leisten können“, betont PwC-Experte Gruss.

IFRS-Experte im exklusiven Interview

Viele Unternehmen werden also die kommenden Wochen noch einmal die Ärmel hochkrempeln müssen. Laut Gruss müssen die Nachzügler das Tempo ankurbeln. „Ohne Schlussspurt wird es für die meisten Unternehmen nicht reichen – speziell was die IT-Umsetzung betrifft.“

Dieser Meinung ist auch Prof. Dr. Dr. Ralf Michael Ebeling, Fachmann für Konzern- und internationale Rechnungslegung. „Ich weiß, dass sich Unternehmen seit geraumer Zeit vorbereiten. Wer aber noch nicht begonnen hat, diesen bevorstehenden Bilanzierungsstandard für seine Unternehmensprozesse zu analysieren und zu implementieren, hat definitiv ein Problem.“ Die Neuerungen können insbesondere für Unternehmen mit Mehrkomponentenverträgen sehr komplex werden. Gute Software reiche dabei nicht, hier sei auf jeden Fall intellektuelle Arbeit von Menschen gefragt.

Lesen Sie das vollständige Interview mit dem IFRS-Fachmann Ebeling und erfahren Sie unter anderem:

  • wie sich die Umstellung auf IFRS 15 auswirkt
  • worauf Unternehmen jetzt achten müssen
  • und was für Unternehmen in Sachen Bilanzierung als nächstes ansteht.

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